Mit „Cleopatra“ um die Welt: The Lumineers zu Gast in Köln


The Lumineers
(Bild: Steffie Wunderl Wunderl Fotografie)

Mit ihrem Debüt „The Lumineers“ feierte die gleichnamige Band aus Denver, Colorado 2012 bereits solide Erfolge als Newcomer. Jetzt – vier Jahre später – geht der Nachfolger „Cleopatra“ an den Start. Da darf eine Tournee rund um die Welt nicht fehlen. In Deutschland steht auch ein Halt in der Domstadt auf dem Programm, wo das E-Werk beste Vorraussetzungen für einen guten Konzertabend bietet. Bei perfektem Frühlingswetter finden sich so 1.850 Fans ein, um dem Folk Rock der Künstler zu lauschen.

Zunächst ist es allerdings die Aufgabe von Andy Shauf das Publikum aufzuwärmen. Der kanadische Songwriter verliert dabei leider auf ganzer Linie. Seine ruhigen Songs sprechen das Publikum sichtlich nicht an. Dass er und seine Band ohne Frontlicht mit viel Nebel und viel rotem Licht von hinten auch mehr auf der Bühne verschwinden, macht es nicht besser. Und dass der Gesang schon in den ersten Reihen verschluckt wird, tut sein übriges. Ein gewisser Unterhaltungspegel ist leider häufig während des Auftritts eines Supports absehbar. Dass dieser Pegel aber lauter ist als der Künstler auf der Bühne, ist eindeutig ein neuer Tiefpunkt. So ist es kaum mehr als Höflichkeitsapplaus, der ihn verabschiedet.

Bildergalerie: So waren THE LUMINEERS live:

Das soll sich alles glücklicherweise schon mit den ersten Klängen von „Cleopatra“ ändern. Nach einem langen Intro erscheinen Wesley Schultz (Gesang, Gitarre), Jeremiah Fraites (Schlagzeug), Neyla Pekarek (Cello, Mandoline, Klavier), Stelth Ulvang (Klavier, Mandoline, Akkordeon, Gitarre, Banjo, Trompete) und Byron Isaacs (Bass) auf der Bühne und werden von einem begeisterten Publikum begrüßt. Und die lassen sich auch gar nicht lang bitten und gehen direkt in die Vollen. Bereits als vierten Song wartet mit „Ho Hey“ der erste große Hit und damit gibt es kein Halten mehr. Es wird getanzt, gefeiert und mitgesungen und damit ist die Stimmung perfekt. So sollte es immer sein.

Auch auf der Bühne ist der Spaß deutlich. Die Interaktionen der Musiker miteinander und mit dem Publikum treiben die Stimmung weiter an, was das Konzerterlebnis perfekt macht. So ist es wie mit allen schönen Dingen, der Abend vergeht wie im Flug. Ihre Songs haben dabei etwas von filigranen Schmetterlingen, die durch die Halle tanzen: Wunderschön, aber dank einer durchschnittlichen Spielzeit von um die drei Minuten auch kaum festzuhalten. Das resultiert dann leider auch in einer Spielzeit von nur 75 Minuten, obwohl die Setlist reichhaltig ist und keine W ünsche offen lässt. Manchmal steckt in der Kürze eben die Würze. Und so ist niemand unzufrieden – ganz im Gegenteil sogar – als die Musiker das Kölner Publikum in den Frühlingsabend entlassen.

Danke an:
Steffie Wunderl (Fotos und Text) | Steffie Wunderl Fotografie

The Lumineers – Setlist Köln

1. Cleopatra
2. Classy Girls
3.Flowers in Your Hair
4.Ho Hey
5.Angela
6.Dead Sea
7.Charlie Boy
8.Scotland
9.Ophelia
10.Sleep on the Floor
11.Slow It Down
12.In the Light
13.Big Parade
14. My Eyes