Summer Breeze 2016 – Tag 3: Das ging ab am Samstag


Summer Breeze 2016
(Bild: stagr)

Samstag 11 Uhr. Ein wenig in Mitleidenschaft gezogen schlurft man am dritten Festivaltag vom Zelt zum Infield. Nanu? Die Onkelz spielen doch gar nicht auf dem Breeze? Stimmt, es ist die Goitzsche Front, die sich völlig ungeniert deren Konzepts und gar Original-Textpassagen bedienen. Die Band fasst es selbstironisch mit einem Prinzen-Cover zusammen: „… das ist alles nur geklaut …“. Da mag sich jeder selbst sein Urteil zu bilden.

Coppelius liefern danach auf der Pain-Stage schon Eigenständigeres ab. Allein durch die eigenwillige Instrumentierung mit Kontrabass und Klarinette untermalt, wird den Songs einen höchst individueller Stempel aufgedrückt. Zudem, die Band besticht mit ihrer herzerfrischenden Spiellaune. Angenehm eigenwillig sind die steam-punk-inspirierten Bühnenoutfits aber insgesamt eine rundum gelungene Darbietung.

Die noch sehr junge Mannheimer Band Beyond The Black hat sich erstaunlich schnell einen festivaltauglichen Status erarbeitet und so überrascht es kaum, dass ihr Symphonic-Metal auf der Main-Stage bei der bereits durchaus zahlreich angetretenen Fanschar gut ankommt. Psychopunch verbreiten derweil auf der Pain-Stage unweigerlich gute Laune bei den Anwesenden. Ihren punk-angehauchten Rock’n’Roll-Songs kann man wirklich nicht so leicht entkommen. Also,schnell ein Bierchen und abfeiern! Auf der Main-Stage machen sich Letzte Instanz fertig. Das Infield füllt sich langsam immer mehr und die Meute hat offenbar Spass an der Show. Das ist was zählt.

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Unearth bestechen anschließend auf der Pain-Stage mit ihrer Mischung aus Core-Elementen und melodischem Death, die es zu keinem Zeitpunkt langweilig werden lässt. Auf der Main-Stage machen Korpiklaani vom ersten Ton an klar, warum sie hier sind: Partytime! Zeit für finnische Karnevalsmusik! Eher untypisch für Finnland, da hier ja für gewöhnlich eher die melancholischeren Töne zu Hause sind, in diesem Fall jedoch unverkennbar folklorisch angereichert und zum Abtanzen einladend. Entsprechend bilden sich immense Staubwolken vor der Bühne, da der trockene Boden von den zappelnden Beinen der Fans aufgewühlt wird.

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Kontrastprogramm wieder mal auf der Pain-Stage. Es geht mit D.A.D. etwas weniger schwungvoll weiter. Kurze Verschnaufpause also für die Beine, eher wieder was fürs Herz. Hier wird auch mal emotional mitgerockt. Ist ja auch kein Wunder, denn spielen können die Jungs ihre Instrumente.

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Auf der Main-Stage rockt es direkt weiter. Subway To Sally überzeugten mit einer zweigeteilten Setlist mit ordentlichem Feuer dahinter. Die erste Hälfte wird dominiert durch Songs aus dem aktuellem Album „Mitgift“, während die zweite Hälfte klar den Klassikern gewidmet ist. Als Abschluss verlangten „Julia und die Räuber“ Blut!

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Auf der Pain-Stage ist der Name nun Programm. Pain prügeln sich einen Brecher nach dem anderen von der Seele. Mit „Same Old Song“ wird die Show eröffnet und zu „Dirty Woman“ präsentiert sich Frontmann Peter Tägtgren in einer nicht mehr ganz weißen Zwangsjacke. “Shut Your Mouth“ machte jedem klar, hier ist dann auch Schluss für heute. Aber keine Panik, in Kürze wird es mehr von ihnen geben. Das neue Studioalbum „Coming Home“ steht kurz vor der Veröffentlichung.

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Steel Panther beweisen danach, das Glam-Rock und Hair-Metal – und somit die 80er  Jahre – einfach nicht tot zu kriegen sind… Das ist was fürs ältere Publikum? Quark. Die Zuhörerschaft ist altersmäßig gut durchmischt und in Stimmung. Und es gibt viele nackte Brüste in der Menge zu sehen – was auch sonst.

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Auf der Camel-Stage legen Mr. Hurley und die Pulveraffen richtig los. Die Stimmung kocht, nur ist die Camel-Stage eindeutig zu klein für die Bande aus Osnabrück. Die Menge steht zusammengepresst wie eine der Inhalt einer Büchse Sardinen. Gut für die Crowdsurfer, die sich ohne Ende auf den Weg machen. Party vom aller Feinsten, Bude rocken und erfolgreich abreißen. Gratulation! Bitte das nächste mal auf die Main Stage – #mrhurleyaufdiemainstage!

Weiter geht‘s mit den schwedischen Blues Pills auf der Pain-Stage… Wohltuend smooth udn mit Blues, wie der Name es schon verrät, aber angereichert mit der Stimme von Elin Larsson, die ihr Organ absolut perfektionistisch beherrscht. Hier bleibt kein Zweifel, die Band rockt, grooved und begeistert! Ein feines Konzert zur richtigen Zeit, obwohl das Wetter ziemlich ungemütlich ist… Das ist den zahlreich nass werdenden Zuschauern aber offensichtlich egal.

Bildergalerie: So war BLUES PILLS live

Für Freunde des Metalcores geht es auf der Main-Stage mit dem Samstags-Headliner Parkway Drive weiter. Die Australier lassen es richtig krachen und schonen die Meute keine Sekunde. Einmal Moshpit zum Mitnehmen. Gerne auch im Duzend. Es wird von Anfang an mit „Destroyer“ Vollgas gegeben. Eine kurze Technikpanne wird vom Publikum gekonnt übergangen und es wird einfach weiter das Nackentraining fortgeführt. Zum Abschluss wird noch richtig ein Feuerwerk abgefackelt. Großartig!

Die besten britischen Wetterverhältnisse scheinen der schwedischen Metal Formation Katatonia rund um Frontmann Jonas Renkse danach auf der Pain-Stage und deren Fans nur wenig bis nichts anhaben zu können. Der Regen umspült dunkel die Aura der Songs. Die Songs vom 2016 erschienen Album „The Fall of Hearts“ zeigen sich ganz im progressiven Zeitgeist, ohne ihre tiefschwarze Herkunft, den Zeiten des Dooms/Death, verleugnen zu wollen. Intensität und das Verlangen, seine Trauer pflegen zu wollen, steigert sich mit jedem Song und erfasst jeden Besucher.

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Um auch noch den letzten Rest an Energie herauszupumpen hauen Primordial, Argyle Goolsby and the Roving Midnight und Batushka noch übriggebliebenen hartgesottenen Metal-Fans ihre Songs um die Ohren,  bevor es dann Richtung Zeltplatz geht. So geht der letzte Tag des Summer Breeze 2016 zu Ende. Und schon heißt es dann wieder Aufräumen und auf gen Heimat – aber schön war’s! 2017 auf ein neues – wir sind gespannt und freuen uns auf euch.

Danke an:
·  Florian Schulz, Thomas von Schaewen, Andreas Theisinger und Cynthia Theisinger für die Fotos
· Rico, Hanah und Dominik für den Text

Vom 16. – 19. August 2017 feiert das SUMMER BREEZE
seinen 20. Geburtstag!