Ruhrpott Metal Meeting 2016 – Tag 2: So war der Samstag


Blind Guardian / Ruhrpott Metal Meeting 2017 / Turbinenhalle Oberhausen
(Bild: stagr / Katja Borns)

Größer als erwartet erstreckte sich der Metalmarkt in einer weiteren Halle der Turbinenhalle. Neben den üblichen Verdächtigen in Sachen Merchandise wurde auch für den guten Zweck geflippert. Der Erlös ging an die Kinder-, Jugend- und Familienhilfe in Mülheim und Oberhausen. Für den kulinarischen Genuss gab es, wie sollte es im Pott auch anders sein, Currywurst-Pommes-Mayo. Lecker! Da Merch und Essen sich die Halle geteilt haben, gab’s zum neuen Shirt den Pommesgeruch für zuhause direkt gratis dazu. Eine große Garderobe sucht man in der Turbinenhalle vergebens. Dafür gibt es ausreichend schuhkarton-große Schließfächer und damit keine langen Warteschlangen beim Abholen seiner Jacke oder Wertsachen, die mit etwas quetschen auch noch Platz im Schließfach finden. Bezahlt wird mit Wertbons. Also zweimal anstehen für’s Bier und die Currywurst. In der Vorhalle war es, nicht zuletzt der Jahreszeit geschuldet, etwas kalt. Dafür in beiden Hallen und dem Metalmarkt kuschelig warm.

So war das RUHRPOTT METAL MEETING 2016

Düster ging es am zweiten Tag des Ruhrpott Metal Meetings mit den vier Schweden Metallern um Sänger Jamie Anderson von Sister auf der Mainstage los. Der Gig war Bestandteil der „Destination Dust“-Tour zum im November erschienenen neuen Studioalbum „Stand Up, Forward, March“. Mit ordentlich Druck und einem um Welten besseren Sound als am ersten Tag, ließen Sister die Turbohalle beben.

BLIKSEM

Das Belgien nicht nur gutes Bier kann, bewiesen die Thrash-Metaller mit ihrer barfüßigen Frontfrau Peggy Meeussen von Bliksem. Mit einem kompakten aber heftigen Gig übernahmen Sie den zweiten Slot auf der Ruhrpottstage (Mainstage).

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Schon ab kurz vor Drei ging es auf der kleinen Bühne, der Flöz Stage, für die Newcomer los. Qualifiziert hatten sie Hopelezz, Delirious, Teutonic Slaughter und Words of Farewell. Um kurz vor Sieben war es dann so weit und der von vielen Fans erwartete Auftritt von Darkness begann. The Death Squad ist back! Die 1984 in Essen gegründete, 1991 aufgelöste und 2004 wiedervereinigte Thrash-Band aus Essen hatte während ihres fast einstündigen Gigs die Flöz fest im Griff und bewies einmal mehr, dass es für Dirk, Arnd, Lee, Lacky und Meik noch lange nicht Zeit fürs Altenheim ist.

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DESASTER

Zustimmendes Mitwippen in den ersten 10 Reihen erspielten sich ab 19:00 Uhr die Black/Thrash – Metaller von Desaster um Sänger Guido „Sataniac“ Wissmann auf der Ruhrpottstage. Nette Sache: Auf der Bandhomepage gab die Band vor dem Auftritt auf dem Ruhrpott Metal Meeting noch Tipps zu Hotels rund um die Turbinenhalle. Alles in allem ein Runder Gig, der mit Sicherheit den ein oder anderen Black Metaller innerlich zur Eskalation gebracht haben wird.

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RAGE MEETS REFUGE

Von diesem Zeitpunkt an starteten die Bands auf beiden Bühnen aufgrund kleinerer Verschiebungen Zeitgleich. Das machte es nicht nur der Presse, sondern auch dem Publikum nicht leicht, die sich nun entscheiden mussten.

20:00 Uhr, Flöz: Als Headliner standen am Samstag Rage Meets Refuge auf der „Flöz-Stage“ in der kleinen Halle in der Turbinenhalle, die fast wegen Überfüllung geschlossen werden musste. Zu Beginn lieferten die Herner Power Metaller um Peavy Wagner eine Mischung aus alten Schätzen und Tracks vom neuen Album „The Devil Strikes Again“. Im späteren Verlauf standen dann neben Peavy die Refuge Musiker Manni Schmidt und Christos Efthimiadis auf der Bühne und bildeten die Bandformation, mit der Rage Ende der 80er auf der Bühne stand und auch 1993 das Album „The Missing Link“ veröffentlichte. Während des einstündigen Gigs nutzen Rage souverän ihren „Heimvorteil“ im Pott und teilte ordentlich aus.

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LEGION OF THE DAMNED

Dass das Sound-Team des Ruhrpott Metal Meeting entweder am zweiten Tag mit neuem Personal aufgeschlagen ist oder eine Menge dazugelernt hat, wurde spätestens beim Auftritt von Legion of the Damned klar. Die 12 Jahre alte Thrash-Band aus den Niederlanden um Sänger und Gründungsmitglied Maurice Swinkels hämmerte ab 20:00 Uhr mit einem irrsinnigen Druck nun auch dem letzten Besucher den Kater vom Vorabend aus der Murmel und die Crowd konnte endlich zeigen, dass das Ruhrgebiet nicht nur den Pütt (also Schacht), sondern auch den Pit kennt.

Pech leider für alle Fans von Legion of the Damned und Rage. Durch die komplette Überschneidung musste sich der Zuhörer entscheiden. Wir hätten gerne beide Bands in voller Länge gesehen. Ab jetzt ging es nur noch auf der Mainstage weiter.

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SAXON

Halle voll, Stimmung toll! Wie erwartet lieferten Saxon eine gute Show ab, zu der sie angemessen vom Oberhausener Publikum gefeiert wurde. Ein besonders bewegender Moment, im letzten Teil des Sets der britischen Schwermetaller, leitete Peter Byford ein. Eigentlich wäre dieses Jahr eine gemeinsame Tour mit Motörhead geplant gewesen. So ließen es sich die Briten zum kommenden einjährigen Todestag von Lemmy Kilmister am 28.12. nicht nehmen Ace of Spades zu performen, was die Menge mit einem gepflegten, dreiminütigen Ausrasten quittierte. Danke dafür! Auch Princess of the Night, Wheels of Steel und 20.000 Feet durften natürlich zum Abschluss des Gigs nicht fehlen.

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BLIND GUARDIAN

23:00 Uhr: Blind Guardian. Mit den Worten „Im Pott ist es immer noch am schönsten!“ begrüßte Frontmann Hansi Kürsch die gut aufgeheizte Turbinenhalle. Schon vorher kündigten Veranstalter und Band an, dass der Gig der Krefelder Metal-Legenden ganz im Zeichen der 95er Platte „Imagionations from the other Side“ stehen wird. Während der ersten knapp zwei Stunden spielten und feierten sich Band und Publikum in eine handfeste Euphorie. Ende Laut Zeitplan: 0:30 Uhr. Denkste! Insbesondere der Zugabenteil ging unter die Haut. Beim Bard’s Song zeigten die Besucher beeindruckend, dass ca. 3.000 Menschen lauter sein können als die nicht gerade kleine PA beim Metal Meeting. Weltspitzenklasse sagt Hansi. Finden wir auch! Gegen kurz nach Eins gab es eine schlechte Nachricht für alle Blind Guardian Fans. Valhalla wird langsam zum Alteisen gelegt und aus dem Programm genommen. Aber, „weil ja Weihnachten ist, spielen wir ihn nochmal!“ Was folgte war eine fast 10-minütige Version des Klassikers. Zum krönenden Abschluss gab es als letzten Song Majesty auf die Ohren, um dann die nun vollends heiseren Fans und die Band in den wohlverdienten Feierabend zu entlassen. Das Fazit der meisten Besucher und auch unseres Teams: Die beste Blind Guardian Show, die wir bis jetzt gesehen haben. Ende: 1.30 Uhr.

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Fazit: Am zweiten Tag wurde unsere Hoffnung nach besserem Sound nicht nur erfüllt sondern übertroffen. An der Organisation könnte allerdings an der einen oder anderen Stelle wie z. B. dem Einlass und der zeitgleichen Running Order noch gefeilt werden. Dennoch ist das Ruhrpott Metal Meeting eine gute Möglichkeit, die sonst so festivalarmen Wintertage mit einer ordentlichen Schippe Schwermetall zu versüßen. Glück Auf!

Danke an:
Katja Borns für die Bilder und Jens Hecker für den Text.