Unsere Highlights: Rock am Ring 2018 am Samstag


(Bild: stagr / Julia Langmaack)

Der erste Festivaltag am Ring ist bereits vorüber und es hat wirklich schon einige große Highlights gegeben. Vor allem die Auftritte von Headliner Thirty Seconds to Mars, Stone Sour und Marylin Manson haben die vielen tausend Festivalbesucher regelrecht vom Hocker gehauen. Dank nächtlicher, langer Feierei herrscht am frühen Samstagmittag eine fast idyllische Ruhe auf den Campingplätzen (wären da nicht die Ghettoblaster hier und da, aus denen blechernd Metallica, Green Day und Co. gröhlen). Mit Öffnung der Tore begibt sich eine noch überschaubare Menge auf das Festivalgelände. Noch eine ganze Weile bleibt es auf dem Platz etwas leerer, bis sich die Musikfans langsam sammeln, um Headliner Nummer zwei – Muse und parallel Parkway Drive – am Abend aus nächster Nähe erleben zu können. Und endlich hlt sich das Wetter, sogar die Sonne wagt gelegentlich einen Blich zwischen den Wolken hervor. Eine ganze Reihe beeindruckender Acts stehen darüber hinaus auf dem Programm vom Rock am Ring 2018 Samstag, darunter Beth Ditto, Black Stone Cherry, Kaleo, Body Count feat. Ice-T, Snow Patrol, Kettcar, Kreator, Parkway Drive und viele viele weitere. Zum Glück hält sich das Wetter. Als besonderes Schmankerl gibt es für die Nachteulen bis in die frühen Morgenstunden noch Programm u.a. von Avenged Sevenfold.

BETH DITTO

Die Frontfrau vom Kult-Trio Gossip gibt in diesem Jahr bei Rock am Ring 2018 und zusätzlich vier exklusiven Deutschlandauftritten im Juli ihr Solodebüt live und das mit ihrem Album „Fake Sugar“ (VÖ 06/2017). Seit der Bandgründung 1999 hat Beth Ditto mit Gossip fünf Studioalben veröffentlicht und davon mehr als 650.000 Platten allein in Deutschland verkauft. Ihre Songs wie „Heavy Cross“ oder „Perfect World“ sind absolute Ohrwürmer. Die Rockröhre ist international für ihre superben Live-Performances bekannt. Die US-Powerfrau ist darüber hinaus engagierte Feministin und setzt sich wo sie kann für die Rechte der LGBT ein. Als Plus-Size-Model (z.B. für Jean Paul Gaultier) sorgt Ditto auch regelmäßig in der Modewelt für ein positiveres Körperbild. Live zeigt sich am Ring aber fast die „gleiche“ Beth, wie noch zu Gossip-Zeiten, wenn gleich der Sound sich noch sehr viel mehr in die Alternative Rockschiene verschoben hat. Aber durchaus positiv.

SHINEDOWN

Zigfach gold- und platin-ausgezeichnet ist die US-Rockband aus Florida. 2001 gegründet und basierend auf den Spielarten der härten Gangarten wie Hard Rock, Grunge und Metal hat das Quartett um Frontmann Brent Smith in ihrer Karriere bereits über 15 Millionen Tonträger verkauft. Seit dem 4. Mai ist das neuste Werk („Attention Attention“) von Shinedown auf dem Markt. Unheilvoll, energiegeladen und wild entschlossen präsentieren sich die Herren aus Jacksonville darauf. Auf der Bühne und davor entsteht eine richtige spannungsgeladene Atmosphäre, wenn Zugpferd Smith seinen knurrenden Gesang mit hämmernden Drums und bleischweren Gitarrenriffs paart. Rhythmusgetrieben stampfen Shinedown durch ihr Set, das sowohl überragende Musikalität als auch eine emotionale Vielschichtigkeit transportiert.

BODY COUNT FEAT. ICE-T

Lange bevor der als Tracy Marrow geborene Rap-Godfather MC Ice-T zu einem der ersten international gefeierten Gangster-Rapper aufgestiegen ist, ebnete er auch seiner zweiten großen Liebe – dem Heavy Metal – einen Weg. Bevor er sich dieser aber gewidmet hat, sind mit „Rhyme Pays“, „Power“ und „O.G.: Original Gangster“ drei der heute wohl legendärsten Alben des Gangsta-Raps seinem Talent entsprungen. Auf jenem 3. Album ist der Titel „Body Count“ nun als konträre Innovation zu hören gewesen. Es folgt auch hier weltweiter Erfolg wie z. B. mit dem Song „Cop Killer“. Viele Höhen und Tiefen hat die Band durchlebt, 2017 dann mit „Bloodlust“ ein neues, sechstes Album auf den Markt geschoben, das nur so strotz vor spielerischer Raffinesse und lyrischer Dichte. Unerbittlich ist das mittlerweile teils ausgewechselte, fünfköpfige Gespann zurück und gibt Vollgas bei Rock am Ring 2018 am Samstag. Man weiß nicht recht, wohin man zuerst schauen soll, denn jeder Musiker auf der Bühne sucht ein Talent seines Gleichen, alle Meister ihres Fachs. Mit auf der Bühne hat Mr. Motherfucking Ice-T seinen „Sprössling“, der ebenfalls musikalisch alle Register zieht. Body Count feat. Ice-T stellen außerdem ein weiteres neues Album für 2019 in Aussicht!

Kreator

Beim Release Platz 1 der deutschen Album-Charts für das aktuelle „Gods of Violence“ (VÖ 2017). Kein Wunder, schließlich gehört Kreator auch zum deutschen Dreigestirn des Thrash Metal und hat sich in den über 30 Jahren, die sie aktiv sind, eine treue Fanbase aufgebaut. Und diese wäschst auch jetzt noch stetig an. Vom ersten Song an lassen Kreator keinen Zweifel daran, dass sie zu den ganz großen Thrash Metal-Legenden gehören. Heute gibt es einwandfreien Metal-Stoff auf die Ohren der Fans. Auch wenn sich die Band stilistisch nicht wirklich weiterentwickelt haben, ist z. B. das Gitarrensolo bei „Hail to the Hordes“ doch überraschend wehklagend für die sonst üblichen „auf die Fresse“-Riffs von Kreator und mit „Satan is Real“ bringt Frontmann und Gründungsmitglied Miland „Mille“ Petrozza die religiöse Kernaussage vom Thrash Metal noch einmal exakt auf den Punkt.

SNOW PATROL

Ganz frisch ist es draußen, das neuste musikalische Feuerwerk „Wilderness“ von Snow Patrol – und dass, sieben Jahre nach dem letzten (sechsten) Album! Die Band um Sänger Gary Lightbody knüpft damit klanglich ganz klar an den Sound an, mit dem sie schon Anfang des letzten Jahrzehnts weltbekannt wurden. In 20 Jahren Bandgeschichte haben Snow Patrol viel erreicht seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Songs for Polarbears“ (1998). Streams im Milliardenbereich, Millionenfach verkaufte Alben, renommierte Auszeichnungen… Dann die längere Auszeit, damit jedes Bandmitglied sich auf seine eigene Entwicklung konzentrieren konnte. Zum Glück ist die Inspiration für das britisch-irische Rockprojekt bei allen zurückgekehrt, so dass die Nürburgring-Besucher in diesem Jahr den besonderen Auftritt des Quintetts erleben können. Natürlich werden vor allem die altbekannten Hits abgefeiert, doch auch die neuen Melodien überzeugen live.

ASKING ALEXANDRIA

Die britischen Metalcore-ler Asking Alexandria kommen mit neugewonnener Energie in neuer/alter Besetzung an den Ring. 2015 hat Sänger Danny Worsnop kurz nach dem Durchbruch mit „From Death To Destiny“ seinen Ausstieg  bekannt gegeben. Ein großer Schock für die AA Family. Für zwei Jahre hat Sänger Denis Stoff der Band den Rücken freigehalten, nun ist Worsnop ist zur Band zurückgekehrt. Für Fans der 2003 in den VAE gegründeten Band ist der Jubel groß, immerhin treten AA nun in Originalbesetzung wieder auf. Die Band hat an ihren Qualitäten gefeilt und die Experimentierfreude ist neu geweckt, schon mal eine perfekte Voraussetzung für eine „Comeback“. Das aktuelle Album trägt den sehr passenden Bandnamen als Titel und kommt mit eingängigen Refrains und einer perfekten Mischung von Gesang und wohldosierten Screamparts, Keyboards und E-Gitarrenriffs daher. Auch live sind Asking Alexandria voller Power, wirken aber auch deutlich gereifter. Durchweg positives Feedback gibt es auf jeden Fall von der versammelten AA Family inmitten des Publikums.

MUSE

Der Headliner am zweiten Rock am Ring 2018-Tag ist eine echte Rock-Macht. Muse stehen für geradlinige Rocksongs –pointiert, engagiert, aufrüttelnd. Die liebevolle Mischung aus Rock und Nu Metal-Elementen gepaart mit Synthie-Pop-Hymnen im Stil von Queen oder Pink Floyd macht die Band aus Groß Britannien aus. Mit dem ersten Ton, den Frontmann Matthew Bellamy anschlägt, entfacht eine düstere Stimmung über dem Gelände. Die teils filigranen Gitarrenparts treffen direkt ins Ohr oder gleich mitten ins Rockerherz und die treibenden Riffs heben jeden Blutdruck nach oben. Muse schaffen es live wie kaum eine andere Band, von Song zu Song nicht nur interessant, sondern voll und ganz verführerisch zu klingen, wie es nur den Größten des Rock je gelungen ist! Hier dürfen Songs noch lang und abwechslungsreich sein. Und dabei wirkt das Trio absolut authentisch und vor allem beeindruckend, wenn man die teils wahnwitzigen Gitarrensoli hört. Eines wird für uns aber wieder ganz deutlich: je länger Muse Musik machen, desto besser werden sie.

PARKWAY DRIVE

Noch eine Band, die der Welt gerade erst frisch ihr neues Album („Reverence“) geschenkt hat. Die Australier von Parkway Drive haben sich schon seit einer Weile als Metalcore-Importschlager etabliert. Wobei deutliche Weiterentwicklungen den Sound von Winston McCall Konsorten prägen und die Metalcore-Pfade langsam verblassen – mehr Melodien, Dynamik und Experimente. Es steht ihnen gut. Die Truppe aus Down Under lässt es richtig krachen und schonen die Meute vor der Crater Stage keine Sekunde. Einmal Moshpit zum Mitnehmen, gerne auch im Duzend. Auch musikalisch klingt heute alles verdammt professionell.

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